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Gay Geschichten

Eine schicksalhafte Begegnung Teil 1

Geschrieben von devpass
Diese Story ist der 1. Teil der Reihe Eine schicksalhafte Begegnung

Diese Story wurde mit dem Reality-Tag getaggt. Das heißt, es kann sein, dass es hier ziemlich emotional und tiefsinnig werden kann und die Story möglicherweise nicht ideal zum schnellen Abspritzen geeignet ist.

Eine schicksalhafte Begegnung Teil 1

Die Menschen die es wert sind von dir geliebt zu werden, erkennst Du daran, dass sie dir die Hand reichen, wenn Du ganz unten angekommen bist, anstatt nur zu erklären, wie Du aufzustehen hast.


Die Schule des Lebens erscheint oft ungerecht und ausweglos, vor allem wenn du noch als Kind gefangen in deinem Schicksal bist. Mein Name ist Kai und ich möchte euch meine Lebensgeschichte erzählen, um allen zu zeigen, niemals die Hoffnung aufzugeben. Im Nachhinein betrachtet, klingt sie fast wie ein Märchen, doch manchmal ist das wirkliche Leben eben nichts anderes. Wenn du glaubst, das Schicksal ist ein grausamer Zeitgenosse, steht er plötzlich vor dir, der Mensch, den das Schicksal für dich auserkoren hat und dieser Mensch hat die geballte Kraft deinem Leben einen völlig neuen Sinn zu geben. Aber ich möchte nicht vor weg greifen und beginne nun von Anfang an.

(Zum besseren Verständnis der Geschichte werde ich an einigen Passagen, Anmerkungen von mir in Klammern setzen. Der Sinn wird im späteren Verlauf verständlich und ist ausschlaggebend für den Inhalt.)

Meine Mutter zog mit 18 von zu Hause aus, nach Jahre langen Streit mit ihren Eltern. Von da an hatte sie nie wieder Kontakt zu ihnen und der Grund dafür war ihr ausschweifendes Leben mit ständig wechselnden Partnerschaften, das bereits mit ihrem fünfzehnten Lebensjahr begann. Kaum von zu Hause ausgezogen, war sie mit mir schwanger und hatte einen Lebensstiel, der einer werdenden Mutter alles andere als gerecht ist. Auf Grund ihrer Ausschweifungen während der Schwangerschaft kam ich viel zu früh zur Welt und die Ärzte hatten große Mühe mein zartes Leben zu retten. Es gelang ihnen, ohne bleibende Schäden für meine Gesundheit. Bis auf eine Ausnahme, bis zu meinem 22 Lebensjahr wirkte ich für mein Alter körperlich untersetzt. Das heißt, ich war immer etwas Kleiner und schmächtig als für mein Alter üblich.

In meiner Geburtsurkunde ist der Vermerk, Vater unbekannt und bis zu meinem sechsten Lebensjahr übernachteten unzählige Kandidaten in unserer kleinen Sozialwohnung, die als mein Vater durchaus hätten in betracht kommen können. Viel zu oft hat sie sich aufgedonnert und zog los, um Party zu machen, wie sie immer selbst sagte. Viel zu oft war ich dann allein zu Hause ohne Aufsicht und mir völlig selbst überlassen. Dann lernte sie irgendwann Martin Schulte kennen und ein Jahr vor meiner Einschulung zog er in unserer Wohnung ein und lebte von da an mit meiner Mutter in einem eheähnlichen Verhältnis. Martin ist Alkoholiker, 19 Jahre älter als meine Mutter und hat noch nie in seinem Leben drei Monate am Stück gearbeitet. Er bekommt sein Geld vom Amt und ist ein Maulheld der seines gleichen sucht. Große Klappe und nichts dahinter, was auch der Grund sein mag, das er sich sein ganzes Leben vor der Arbeit drücken konnte und auf kosten der Gesellschaft ein Dasein als Schmarotzer fristet.

Was sie an Martin fand, konnte ich nie begreifen und von dem Zeitpunkt, als er bei uns einzog, veränderte sich in kürzester Zeit unser Leben. Von stund an, ging meine Mutter nicht mehr auf irgendwelchen Partys. Sie hocken nur noch gemeinsam zu Hause und ihr Lieblingsplatz ist das verschlissene Sofa im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Meine Mutter war noch nie dem Alkohol abgeneigt und ist dann recht schnell selbst zur Alkoholikerin geworden. Für beide drehte sich der gesamte Lebensinhalt nur noch um Alkohol und Zigaretten. Was sich entsprechend finanziell auswirkte. Der Kühlschrank war grundsätzlich leer, die Wohnung verwahrlost und wieder war ich mir mehr oder weniger selbst überlassen. Für Martin bin ich nur der vaterlose Bastard, der ihm ein Klotz am Bein war, der zusätzliche kosten verursachte, die ihm somit an Alkohol und Zigaretten fehlten.

Aufgrund meiner Größe bin ich mit 7 Jahren eingeschult worden, niemand schöpfte Verdacht auf Vernachlässigung, bei den ärztlichen Untersuchungen, da ich ja ein Frühchen bin, das es gerade noch mal geschafft hatte. Bei meiner Einschulung hatte ich mich das Erste mal für meine Herkunft geschämt. Mit alter, abgewetzter Kleidung stand ich abseits da und schaute zu den anderen Kindern meiner Schulklasse, wie sie voller Stolz in schicker Kleidung ihre Schultüte schulterten. Zu gern hätte auch ich eine solche Schultüte gehabt, doch Martin war der Auffassung, dass der Schultornister bereits mehr als genug gekostet hätte. Meine Mutter sagte dazu nichts und an den Tag meiner Einschulung hat sie mich zwar begleitet, aber aufgrund ihrer Alkoholfahne wendeten sich die anderen Mütter schnell von ihr ab.

Die Schulzeit war für mich die reinste Hölle, von der ersten Stunde an bin ich als Außenseiter abgestempelt worden. Keines der anderen Kinder wollte etwas mit mir zu tun haben und ich selbst habe mich dann nach und nach abgesondert. Wenn die anderen in ihren Markenklamotten im Pausenhof zusammen standen und ihr Pausenbrot aßen, stand ich allein abseits und sah zu ihnen herüber. An Markenklamotten brauchte ich erst gar nicht denken, selbst ein Pausenbrot war viel zu oft für mich nicht drin. Kinder können verdammt grausam sein und diese Grausamkeit bekam ich während meiner gesamten Schulzeit zu spüren. Ich war ständiges Opfer ihrer vermeintlichen Späße und Hänseleien.

Freunde hatte ich keine und lernte bereits früh, mich gezwungener maßen, mit der Einsamkeit zu arrangieren. Bereits die zweite Klasse durfte ich wiederholen, was zum Teil auch daran lag, dass ich zu Hause keine Hilfe bei den Schularbeiten bekam, oder irgendwelche anderweitige Unterstützung. Auch die vierte Klasse musste ich wiederholen und meiner Mutter legte man von der Lehrerschaft nahe, dass die Sonderschule, für mich die besser geeignete Schulform ist. Vielleicht wäre es wirklich für mich besser gewesen, doch meine Mutter entschied sich dagegen und somit kam ich zur Hauptschule. Anfang der fünften Klasse hatte ich bereits meinen dreizehnten Geburtstag und war körperlich den anderen Mitschülern, die zwei bis drei Jahre Jünger wahren, noch immer unterlegen.

Von diesem Zeitpunkt an schwänzte ich die Schule immer häufiger. Natürlich hagelte es blaue Briefe von der Schule, doch zu einem Gespräch hat meine Mutter sich nie dort blicken lassen. Ihr war es schlichtweg egal, auch die Tatsache, dass mit jedem der Briefe ich von Martin Prügel bekam. Er schlug mich oft und oft genug ohne Grund. Einfach im Vorbeigehen bekam ich eine Ohrfeige von ihm. Manche waren derart kräftig, dass ich mich nicht auf den Beinen halten konnte und hinfiel. Martin amüsierte sich darüber das ich solch ein Schwächling bin und meine Mutter sah nur teilnahmslos zu, oder schaute einfach weg. Einmal hatte mich eine Lehrerin angeblich im Vertrauen darauf angesprochen, ob bei mir zu Hause alles in Ordnung währe. Aus Angst und Charme habe ich geschwiegen und ihr nichts erzählt. Doch die Lehrerin lies nicht locker und schickte einen persönlichen Brief an meine Mutter. Darin schrieb sie ihre Bedenken nieder und lud meine Mutter zu einem Gespräch ein. Stattdessen las Martin den Brief und für mich war mal wieder Prügel von ihm angesagt. Meine Mutter hat nie auf den Brief reagiert und so verliefen die Bemühungen der Lehrerin sprichwörtlich im Sand.

In unserer Straße gab es einen Kiosk, dessen Besitzer schon recht alt war und eigentlich längst den Ruhestand genießen könnte. Oft schickte mich Martin dort hin, um Bier und Schnaps zu kaufen. Vor allem weil er dort anschreiben lassen konnte. Der alte Mann kannte mich von klein an und wusste, dass ich den Alkohol nicht für mich kaufte. Daher verkaufte er ihn mir, obwohl er es nicht durfte. Manchmal schenkte er mir auch eine kleine Tüte mit gemischten Bonbons, die ich später heimlich auf meinem Zimmer aß. Irgendwann war der alte Mann nicht mehr da und der neue Besitzer von dem Kiosk verkaufte mir natürlich keinen Alkohol. Als ich unverrichteter Dinge nach Hause kam, verprügelte mich Martin, dass ich glaubte, er wollte mich töten. Danach brauchte ich drei Wochen nicht zur Schule, meine Mutter hatte mich krank gemeldet. Niemand sollte die Auswirkungen von Martins Prügelattacke zu Gesicht bekommen. Zu diesem Zeitpunkt war ich vierzehn. Danach brachte ich an meiner Zimmertür von innen zwei schwere Riegel mit dicken Schrauben an, die ich im Keller gefunden hatte. In der Hoffnung, somit einen Weg zu finden, um vor Martin mich in Sicherheit bringen zu können.

Mit fünfzehn ging ich nur noch selten zur Schule, was auch irgendwann das Jugendamt auf den Plan brachte. Doch Martin war geschickt und vor allem geübt darin Ämter hinter das Licht zu führen und erreichte tatsächlich, das sie unverrichteter Dinge wieder gingen. Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht zuhause war, verprügelte er dafür meine Mutter um seinen Frust abzulassen. Es war die Zeit, in der ich immer häufiger mich draußen herumtrieb. Meist in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dort lernte ich auch Sahim kennen. Sahim ist fünf Jahre älter, als ich es bin und marokkanischer Abstammung. Heroinabhängig und verdient sich das Geld für die Drogen als Stricher. Wenig später auch Karl wie er sich selbst nannte. Karl ist zu dieser Zeit seit mehr als zwölf Jahre obdachlos und lebt auf der Straße. Beide sind in Ordnung und brachten mir ein paar Dinge bei, die mir später zu gute kommen sollten. Ich mochte die Beiden, sie waren die ersten Menschen, die mich annahmen, wie ich war. Somit waren, wenn man es so nennen will, meine ersten Freunde, zumindest für kurze Zeit, ein Obdachloser und ein Stricher.

Kurz vor meinem Sechzenten Geburtstag, ging ich bereits seit Monaten gar nicht mehr zur Schule. Abends kam ich nachhause und hatte mal wieder den Tag in der Nähe des Bahnhofs mit meinen beiden Freunden abgehangen. Auf dem Wohnzimmertisch lag ein Brief vom Jugendamt und Martin war außer sich vor Wut. Bereits in der Wohnzimmertür stehend, brüllte er mich an, zog seinen Gürtel aus der Hose und prophezeite mir eine Abreibung, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde, falls ich sie überlebe. So waren seine Worte. Der Weg nach draußen oder in mein Zimmer war durch ihn versperrt. Die einzige Fluchtmöglichkeit war der Weg in die Küche, aber selbst da gab es kein Entkommen.

In Panik rannte ich zur Küche und Martin hinter mir her. Auf der Anrichte steht seit Jahr und Tag ein Holzblock mit Küchenmessern, die als solches kaum benutzt worden sind. Nach einem der Messer griff ich und im selben Moment, in dem Martin ausholte, um mich mit dem Gürtel zuschlagen, holte auch ich mit einem 25 cm langen Fleischermesser aus. Ich traf ihn am Unterarm und fügte ihm eine ordentlich blutende Schnittwunde zu. Martin schrie auf, lies den Gürtel fallen und sah mich mit entsetzen Gesichtsausdruck an. Fassungslos sah er mich an und hielt sich mit der anderen Hand den blutenden Arm. Anscheinend hat er meine Entschlossenheit in den Augen erkannt und verzog sich wortlos ins Badezimmer.

Und ich war entschlossen, in meiner Angst wollte ich ihm das Messer in den Bauch rammen, als das ich mich von ihm mit dem Gürtel totschlagen lasse. Danach schloss ich mich mit dem Messer in meinem Zimmer ein. Bald konnte ich hören, wie Martin seine Wut an meiner Mutter abreagierte. Deutlich hörte ich sie schreien, doch diesmal war es mir egal. Lange bis in die Nacht hinein, nachdem es endlich still geworden ist, heulte ich noch in mein Kissen und das Messer lag griffbereit neben mir. Zum ersten mal, wehrte sich der körperlich zurückgebliebene Schwächling und es war die Nacht, in der ich einen Entschluss faste, der mein Leben nachhaltig verändern sollte.

Am Morgen packte ich die wenigen Habseligkeiten, die ich Besitze, in einen Rucksack. Auf den Weg nach draußen kam ich am Wohnzimmer vorbei. Auf dem Sofa saß meine Mutter, die Lippe aufgeplatzt und das rechte Auge angeschwollen. Martin war noch im Schlafzimmer und schlief seinen Rausch aus. Als sie mich sah, murmelte sie noch etwas, das alles ja gar nicht so schlimm sei, vor sich hin. Dann nahm sie einen kräftigen Schluck aus der Schnapsflasche, die vor ihr auf dem Tisch stand. Angewidert und wortlos Wante ich mich von ihr ab und verlies die Wohnung. Es sollte das Letzte mal sein, das ich meine Mutter gesehen habe.

Von nun an war ich obdachlos und lebte wie Karl auf der Straße. Von Sahim hatte ich zuvor gelernt, wie ich der Polizei aus dem Weg gehen konnte. Ich war davon überzeugt, dass sie nach mir suchen, da ich noch minderjährig war und sie mich anschließend in ein Heim stecken. Karl hatte mir ein paar Schlafplätze gezeigt, wo es sicher vor übergriffen und geschützt vor dem Wetter war. Außerdem zeigte er mir, wie ich an Lebensmittel komme, aus einer Mülltonne bei einem Supermarkt, wo abgelaufene Lebensmittel entsorgt werden. Um an Geld zukommen, ohne betteln zu müssen, fing ich an, Pfandflaschen und Dosen zu sammeln. Von nun an hatte ich immer eine Tasche bei mir, in der ich das Leergut sammeln konnte. Bald nahm ich auch die merkwürdigen Blicke der Passanten nicht mehr wahr, wenn ich in öffentlichen Papierkörben nach brauchbaren suchte. Ich genoss sogar die neu gewonnene Freiheit, ohne mir über den Preis den ich dafür bezahlen musste Gedanken zu machen. In den Tag lebte ich hinein und tat nur das, worauf ich Lust hatte. Zumindest gelang es mir, mich mehr recht als schlecht über Wasser zu halten.

Von einen Tag auf den anderen, war Sahim verschwunden. Er tauchte einfach nicht mehr auf, bis ich Monate später von einem anderen jungen Stricher erfuhr, das Sahim an einer Überdosis Heroin verstorben sei und man ihn anonym irgendwo auf dem Zentralfriedhof beerdigt hatte. Bald darauf nur wenige Tage später, nachdem ich das von Sahim erfuhr, verabschiedete sich auch Karl von mir. Er wollte in eine andere Stadt weiterziehen, vielleicht auch in ein anderes Bundesland, da für ihm hier nichts mehr wäre, was ihn noch halten könnte. Von da an war ich wieder allein, ohne Freunde.

Mit siebzehn hatte ich eine Phase, wo es weniger gut für mich lief. In der Mülltonne neben dem Supermarkt fand ich kaum genießbares und wie immer war ich völlig blank. Das sammeln von Pfandflaschen brachte so gut wie nichts mehr ein, da es mittlerweile einfach zu viele waren, die danach suchten. Selbst Rentner trifft man immer häufiger an, die in öffentlichen Papierkörben nach brauchbaren suchen. Sahim sagte mir mal, dass es mit meinem Aussehen und Körperbau leicht wäre auf dem Strich Geld zuverdienen. Eigentlich war ich davon überzeugt Hetero zu sein, zumindest stellte ich mir in meinen Wichsphantasien immer Mädchen vor. Es mit einem Mann zu machen, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. Der Gedanke auf dem Strich mir etwas Geld zu verdienen widerte mich an, doch das letzte was ich gegessen hatte, war vor drei Tagen.

Gegen Abend faste ich all meinen Mut zusammen und begab mich in den kleinen Park, der als Treffpunkt der Stricherszene bekannt war. Es dauerte nicht lange, bis jemanden den ich auf etwa 60 Jahre schätzte, mich ansprach. Ich einigte mich mit ihm darauf, dass ich ihm für 20 Euro einen runterholte. Wir gingen hinter einen der Gebüsche, stellte mich neben ihn und er machte seine Hose auf. Zum ersten mal hatte ich einen fremden Schwanz in der Hand und ich begann ihn zu wichsen. Das pralle stück Fleisch in meiner Hand fühlte sich gut an, doch der Rest von dem Kerl war alles andere als mein Typ. Ich schloss die Augen und machte einfach meinen Job.

Irgendwann begann der Kerl heftig zu stöhnen und spritzte endlich ab. Schnell packte er seinen Schwanz wieder ein und verschwand, ohne etwas zu sagen. Gerade als auch ich aus dem Gebüsch gehe, bemerke ich einen anderen Kerl, der uns beobachtet hatte. Er hält mir einen 20 Euro Schein entgegen, mit den Worten auch ihn von seinen Druck zu erleichtern. Für mich war das damals viel Geld und bedeutete Nahrung für ein paar Tage. Also willigte ich ein und ging mit ihm zurück in das Gebüsch. Der Mann war Mitte vierzig und kräftig, mir körperlich weit überlegen. Hinter dem Gebüsch öffnete er die Hose, und holt seinen Schwanz heraus. Plötzlich packte er mich bei den Schultern, drückte mich runter auf die Knie und in dem Moment, indem ich Protest einlegen will, rammt er mir unvermittelt seinen Schwanz in den Mund. Sofort muss ich würgen und glaube zu ersticken, doch er zeigt kein Erbamen und rammt ihn mir bis zum Anschlag in meinem Hals. Dann beginnt er mich in den Mund zu ficken und ich bekomme vor Luftnot Panik.

Obwohl er merkt, dass ich nicht in der Lage bin zu Atmen und während seiner Attacke ersticken könnte, lässt er nicht von mir ab. Mit beiden Händen hält er meinen Kopf fest und hört nicht auf mir sein Teil in den Hals zu stoßen. Ich versuche, mich zu wehren, schlage mit den Händen um mich, doch er lässt nicht locker, wie von sinnen fickt er mich in den Hals und rammt mir seinen Schwanz immer wieder bis zum Anschlag hinein. Der Würgereflex ist enorm, doch in meine Magen ist nichts, was ich erbrechen könnte, bis auf ein wenig Schaum. In meiner Not bekomme ich irgendwie seine Hoden zu fassen und drücke mit aller Kraft zu. Er schreit auf vor Schmerzen und lässt endlich von mir ab. Um Luft ringend falle ich lang zu Boden und mit wüsten Beschimpfungen verschwindet er. In dem Moment wird mir klar, dass ich soeben oral vergewaltigt worden bin. Es war das Letzte mal, das ich auf diesem Weg versucht hatte mir etwas Geld zu verdienen.

Von nun an beschloss ich, mit den bescheidenen Mitteln, die mir zur Verfügung standen, mein Leben besser zu ordnen. Neben dem Sammeln von Pfanddosen und Flaschen, überwand ich mich, um auch durch schnorren und betteln an Geld zukommen. Somit kam ich zumindest grob über die Runden. Meinen achtzehnten Geburtstag feierte ich allein in dem kleinen Waldstück, in dem ich mich niedergelassen hatte, mit einer Packung Kekse und einer Flasche Cola. Der achtzehnte Geburtstag ist eigentlich ein besonderer Tag eines jeden jungen Menschen. Den er mit Freunden verbringt und entsprechend gebührend feiert. Doch anstatt zu Feiern, hocke ich allein im Wald und kämpfe mit den Tränen. Zum ersten Mal sann ich über mein Leben nach, das ich auf der Straße führte. Oft genug habe ich Jungs in meinem Alter in der Stadt beobachtet, wie sie ausgelassen und scheinbar sorglos durch die Straßen zogen. Oft genug habe ich vor den Schaufenstern der Geschäfte gestanden und mir die Dinge angesehen, die für einen jungen Menschen selbstverständlich sind, für mich aber schier unerreichbar bleiben.

In meiner Phantasie stellte ich mir vor, wie es wäre, eigenes Geld zuverdienen, eine kleine Wohnung zu haben und all die Dinge zu besitzen, die für jeden anderen normal erscheinen. Doch das größte Problem, welches ich hatte, war meine fehlende Schulbildung. Auf Grund dessen, werden selbst einfache, alltägliche Dinge zu einer großen Hürde. In meiner jungen Naivität, war es mir zu diesem Zeitpunkt unmöglich zuerkennen, wie ich an Hilfe und Unterstützung von Karitativen oder Kommunalen Institutionen kommen könnte. Ich war davon überzeugt mein Leben allein und ohne Hilfe meistern zu können.

Drei Monate vor meinem neunzehnten Geburtstag kam ich spät nachmittags zu meinem vermeintlich sicheren Schlafplatz in dem kleinen Waldstück und musste feststellen, dass alle meine Sachen verschwunden sind. Sie waren einfach weg und alles, was ich noch besaß, waren die Klamotten an meinem Körper. Hinzu kam, wir hatten bereits Herbst und die Nächte sind empfindlich kalt geworden. Ohne meinen Schlafsack und die anderen Sachen konnte ich nicht draußen übernachten. Ich konnte es einfach nicht begreifen, wie kann jemand einem armen Schwein wie mir noch das letzte was er besaß wegnehmen. Meine Beine gaben nach und ich kniete heulend auf dem Waldboden. Ich war am Boden zerstört und völlig fertig. Also war ich gezwungen zurück in die Stadt zu gehen und irgendwie die Nacht heil zu überstehen. Ein paar unruhige Stunden konnte ich in einen Hauseingang verbringen, den Rest der Nacht lief ich planlos durch die Gegend. Mit Anbruch des Tages kommt auch Leben in die Stadt und ich versuche, etwas Kleingeld zu erbetteln.

Mit wenig Erfolg, die meisten wenden sich nur wortlos ab, oder haben nicht gerade schmeichelhafte Worte für mich übrig. Irgendwie hat mich das Glück schon vor Wochen verlassen, denn so ergeht es mir bereits seit geraumer Zeit. Oft bekomme ich nur sowenig zusammen, dass es gerade mal jeden zweiten Tag für eine Mahlzeit reicht. Was sich auch körperlich bemerkbar machte. Schmächtig war ich schon immer, aber durch das wenige Essen war ich auch noch stark untergewichtig. Eine Woche nach dem meine Sachen verschwunden waren, war ich echt am Tiefpunkt angekommen. Kraftlos durch das wenige Essen und den fehlenden Schlaf schleppte ich mich am frühen Nachmittag durch die Fußgängerzone der Innenstadt, um irgendwie etwas Geld zusammen zu schnorren. Mir war schlecht vor hunger und ich fror vor kälte. Seit tagen habe ich mich nicht mehr richtig waschen können und meine Kleidung roch alles andere als angenehm, da ich keine mehr zum Wechseln hatte. Von einer älteren Dame bekam ich gestern 50 Cent und das war die gesamte Ausbeute an diesem Tag. Ich fühlte mich elend wie noch nie und hätte mich am liebsten in irgendeiner Ecke zum Heulen verkriechen können. Ich war kurz davor, meinem Lebensmut zu verlieren, und fragte mich ernsthaft, wofür mein beschissenes Leben noch gut sein soll.

Und dann sehe ich ihn, mitten in der Einkaufspasage steht er etwa 15 Meter von mir entfernt. Er steht einfach da, schaut auf sein Handy und raucht eine Zigarette. In seinem feinen Anzug und der Krawatte, die er trägt, ist er völlig in seinem Handy versunken und nimmt die Hektik, um ihn herum nicht war. Der stetige Strom der Passanten die an ihm vorbeiziehen, lassen ihn in seiner gelassenen Ausstrahlung erscheinen, wie eine Insel im Ozean. Groß und breitschultrig schätze ich ihn auf Ende 20 oder Anfang 30 und er ist bestimmt Verkäufer aus einen der vielen Geschäfte oder vielleicht auch irgend ein Angestellter aus einem der Büros. In der Hoffnung, wenigstens eine Zigarette schnorren zu können, gehe ich auf ihn zu. Seine Haut ist leicht gebräunt und das Gesicht glatt rasiert.

„Haben Sie für mich bitte auch eine Zigarette?“

Ohne den Blick von seinem Handy abzuwenden, greift er mit der freien Hand in seiner Jackettasche und hält mir die geöffnete Schachtel entgegen. Ich fische einen der Glimmstängel aus der Schachtel, ohne das er mich wahrnimmt.

„Entschuldigung, hätten Sie auch noch Feuer?“

Noch immer den Blick auf sein Handy gerichtet verschwindet die Schachtel in der Tasche und ein schweres, teuer erscheinendes Feuerzeug hält er mir nun entgegen. Als ich ihm das Feuerzeug zurückgebe, nachdem meine Kippe glimmt, steckt er das Handy weg und schaut mich lächelnd an.

„Ich wollte nicht unhöflich sein, das hier war grad wichtig ... ach du scheiße, du siehst echt fertig aus. Und dazu noch so jung, bist du überhaupt schon 18?“

Nun scheint er mich endlich wahrgenommen zu haben.

„Danke für die Zigarette, ich bin fast 19. Ja ich weiß, mir ging es schon mal besser, aber das ist eine andere Geschichte.“

„Ok, wenn du das sagst ...“

Auch er steckt sich noch eine Zigarette an und für einen Moment schauen wir uns schweigend an. Dabei macht er einen Gesichtsausdruck, als wenn er über etwas nachdenkt. Nachdem wir aufgeraucht haben, bietet er mir eine weitere Kippe an, die ich dankend annehme. Wieder stehen wie uns schweigend, rauchend gegenüber und er mustert mich eingehend. Von meinen Mitmenschen gemustert zu werden, bin ich gewohnt und auch das sie sich anschießend von mir abwenden. Doch bei ihm ist es anders, auf einer Art, die mir unerklärlich ist, sieht er mich an, als wenn er in mich hineinsehen wollte.

„Du siehst aus, als könntest du eine ordentliche Mahlzeit vertragen. Ich habe Feierabend und wollte noch etwas essen, bevor ich nachhause fahre. Dort drüben in der Seitenstraße ist ein griechischer Schnellimbiss, der ist ganz gut, wenn du magst, lade ich dich ein.“

Ich glaube, mich fast verhört zu haben, der Kerl in seinen schicken Anzug will mich, so wie ich aussehe, und meine Klamotten stinken tatsächlich zum Essen einladen. Seine Einladung kommt mir mehr als recht, denn mein Magen hängt mir sprichwörtlich in den Kniekehlen. Ehe ich überhaupt auf sein Angebot antworten kann, hat er seinen Arm über meine Schultern gelegt, als wäre es das Normalste der Welt und lenkt mich somit in Richtung des Lokales. In Aussicht einer guten Mahlzeit lasse ich ihn gern gewähren und mich von ihm zu dem Lokal führen.

In dem Imbisslokal ist nicht viel los und wir gehen zu einem der Tische im hinteren Bereich. Es ist warm im Lokal und die Wärme tut mir gut, durchgefroren wie ich bin. Die Bedienung, die uns die Speiskarten bringt, schaut mich zwar merkwürdig an, sagt aber in Anbetracht des Anzugtypen nichts dazu. Ich bin davon überzeugt, wäre ich allein gewesen, hätte sie mich raus geschmissen. Der Kerl im Anzug bemerkt meine Unsicherheit hinsichtlich der Bestellung und bestellt für mich gleich mit.

„Wir nehmen zweimal den Grillteller, mit gemischten Salat und dazu zwei große Cola.“

Die Bedienung nimmt lächelnd die Bestellung entgegen und ich bin dankbar, dass mir die Entscheidung abgenommen worden ist.

„Ich heiße übrigens Maximilian ... ja ich weiß der Name ist bescheuert, aber irgendwie Tradition in meiner Familie. Meine Freunde nennen mich einfach nur Max.“
(Den ganzen Namen hat er wohlweißlicher weise verschwiegen.)

Ein Grinsen kann ich mir nicht verkneifen und frage mich innerlich, wie man sein Kind in der heutigen Zeit Maximilian nennen kann. Im selben Moment kommt die Bedienung und bringt die Cola an unseren Tisch. Ich habe durst und ohne darüber nachzudenken, setze ich das Glas an und trinke es in einem Zug fast leer. Was Maximilian dazu veranlasst ein weiteres Glas zu bestellen. Von der Kohlensäure muss ich rülpsen und kann nur mit mühe verhindern, dass er übermäßig laut zu hören ist. Im ersten Moment hatte ich Angst Max damit verärgern zu können, doch er sieht mich nur an und muss sich beherrschen laut loszulachen. Was auch mich zum Lachen bringt und es tut gut das kurze Gefühl der Unbeschwertheit.

„Und ich heiße Kai Sander oder einfach nur Kai ohne irgendeine Tradition.“

Erneut müssen wir lachen, Max zieht sein Jackett aus und nimmt die Krawatte ab. Knöpft die oberen zwei Hemdknöpfe auf und macht es sich bequem auf seinen Stuhl. Mittlerweile habe ich mich ein wenig aufgewärmt und auch ich ziehe meine Jacke aus. Anscheinend ist seine Brust unbehaart, denn durch das oben offen stehende Hemd kann ich keinerlei Behaarung erkennen. Die Bedienung bringt unser essen und mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Ich kann mich nicht erinnern, wann oder überhaupt ich solch ein gutes Essen hatte und ich muss mich dazu zwingen trotz des hungers das Essen nicht herunterzuschlingen. Es schmeckt köstlich und bis auf den letzten Krümel ist mein Teller zum Schluss leergefegt. Max bestellt noch mal zwei neue Cola, denn unsere Gläser sind ebenfalls leer. Eine Weile schauen wir uns nur gegenseitig schweigend an und ich verspürte das Gefühl, etwas sagen zu müssen, denn ich glaube ihn etwas schuldig zu sein, für seine Einladung.

„Danke für das Essen.“

„Kein Problem, danke das du mir Gesellschaft leistest.“

„Du bedankst dich für meine Gesellschaft? Willst du mich verarschen? Schau mich doch an, niemand wünsch meine Gesellschaft.“

„Das können dann aber nur Leute sein die oberflächlich sind und nur dein äußeres sehen. Ich glaube, in deinen inneren bist du ein ganz besonderer Mensch, der einfach nur Pech hatte bislang. Und ich will dich wirklich nicht verarschen, ich freue mich ernsthaft darüber, dass du mir Gesellschaft leistest.“

Seine Worte beschämen mich, und ich werde sogar rot. Max bemerkt meine Verunsicherung und legt seine Hand auf meiner Hand, die bislang auf dem Tisch ruhte. Er hält meine Hand einfach nur sanft fest und löst in mir ein Gefühl aus, das ich bislang nicht kannte. Äußerst selten hat mal jemand etwas Nettes zu mir gesagt und ich bin mir nicht sicher, wie er das meint.

„Woher willst du das wissen, du kennst mich doch gar nicht?“

„Na dann sollten wir das Ändern und uns näher kennen lernen. Warum erzählst du mir nicht einfach deine Geschichte?“

„Wie ... jetzt hier etwa?“

„Ich habe Zeit, es sei denn, du hast noch irgendwelche dringenden Termine heute.“

„Termine ... ich ... nein nicht wirklich. Wo soll ich überhaupt anfangen?“

„Am besten von Anfang an. Wie alle Geschichten halt anfangen. Ich möchte gern wissen, wer du bist und vor allem warum du so bist, wie du gerade jetzt vor mir sitzt.“

„Ich weiß nicht recht, warum interessierst du dich für mich? Nur weil ich dich in der Einkaufsstraße um eine Zigarette angeschnorrt habe? Wir kennen uns gerade mal eine Stunde und ich bin dir echt dankbar, dass du mich zum essen eingeladen hast. Aber schau dich an und dann mich, ungleicher können wir gar nicht sein. Deine Welt ist nicht meine und wenn wir das Lokal verlassen, fährst du nachhause und hast mich schnell wieder vergessen. Warum soll ich dir dann noch meine Geschichte erzählen?“

Max schaut mich recht lange schweigend an und es ist ihm deutlich anzusehen, dass er über etwas nachdenkt. Dann setzt er endlich an etwas zu sagen, hört aber mitten im Satz auf, denkt noch einmal nach, um dann meine Frage zu beantworten.

„Ich kann dich durchaus verstehen, wenn jemand in deinem Alter an einem Punkt angekommen ist, an dem du dich zur Zeit befindest, hat das einen triftigen Grund. Der mit Sicherheit alles andere als schön ist. Aber mach nicht denselben Fehler wie die Menschen, die dich jetzt abweisen, weil du nicht, deren Vorstellung entsprichst. Achte nicht auf Äußerlichkeiten. Stell dir mal Folgendes vor, angenommen ich könnte dafür sorgen, das du mal ordentlich Baden kannst, einen vernünftigen Haarschnitt bekommst und dich anschließend in einen Anzug stecke, wie ich ihn trage. Glaubst du die Menschen, die dich jetzt abwertend beurteilen, dieses dann nachher auch tun, wenn du in einem Anzug vor ihnen stehst. Ich bin davon überzeugt, das du in deinem jungen Leben bereits einige unschöne Dinge hast durchmachen müssen und deshalb nicht mehr erkennst, wenn jemand es gut mit dir meint. Auf Äußerlichkeiten habe ich noch nie wert gelegt, darum sitzen wir uns jetzt auch gegenüber. Um es dir leichter zu machen, erzähle ich dir einfach ein paar Dinge über mich.“

Seine Worte machen mich neugierig und ich muss mir eingestehen, dass er vollkommen recht hat. Vor allem stellt sich mir die Frage, kann es wirklich sein, dass sich jemand für mich interessiert?

„Also ich heiße Maximilian Baumann“ (Auch das ist nicht sein ganzer Name.)

„Bin 29 Jahre alt“

„Habe eine kleine Wohnung am Rande der Innenstadt.“ (Das ist stark untertrieben, vor allem das Wort „eine“.)

„Und arbeite als Angestellter im Außendienst einer mittelgroßen Firma.“ (Glatte Lüge.)

„Vor sechs Monaten habe ich meinen Freund verlassen, mit dem ich zwei Jahre eine Beziehung hatte und bin seitdem Single.“ (Ok ... aber auf das Wesentliche reduziert.)

„Du bist schwul?“

„Ja bin ich, hoffe das ist kein Problem für dich?“

„Nein eigentlich nicht, aber sollte das der Grund für dein Interesse an mir sein, vergiss es, ich bin hetero und will es auch bleiben.“

Max muss lachen und lässt sich Zeit für eine Antwort. Bestellt aber noch mal 2 Cola, da unsere Gläser schon wieder leer sind.

„Keine Sorge, das ist nicht der Grund, warum ich dich zum Essen eingeladen habe.“

Die Bedienung bringt die Getränke und schaut mich erneut mit einem merkwürdigen Blick an. Womöglich fragt sie sich gerade, was für ein ungleiches Paar wir sind.

„Aber genug von mir, erzählst du mir deine Geschichte?“ (Bewusst lenkt er vom Thema ab.)

Einen Moment denke ich nach und mir wird klar, dass ich mir eine Auswahl bei meinen Freunden noch nie leisten konnte. Zumal die einzigen Freunde, die ich je hatte, wenn ich sie mal als Freunde bezeichnen kann, ein Obdachloser und ein Stricher waren. Zumal glaube ich, das Max es gut mit mir meint und mich bis jetzt weder abweist noch schlecht behandelt. Warum dann nicht einen Schwulen Anzugträger als möglichen Freund haben. Ich erzähle ihm grob meine Geschichte von Anfang an. Max hört mir aufmerksam zu, ohne mich auch nur ein einziges Mal zu unterbrechen. Die gesamte Zeit während ich erzähle, ist mein Blick auf den Tisch gesenkt.

Zum ersten Mal erzähle ich jemanden von meiner Kindheit und was ich bisher durchgemacht habe. Ich schäme mich für das, was ich bin und traue mich nicht ihm dabei in die Augen zu sehen. Selbst als ich am Ende angelangt bin, dauert es noch recht lange, ehe ich meinen Kopf anhebe und ihn ansehe. Seine Augen sind feucht und erneut legt er seine Hand auf meine. Für einen Moment wollte ich meine Hand wegziehen, weil ich mit einem Schwulen nicht Händchen halten will. Doch dann wird mir klar, dass in seiner Berührung nichts Sexuelles ist, sondern der Versuch mir irgendwie Trost zu spenden. Auch er braucht einen Moment, um sich zu fangen, ehe er mit einen Schluck Cola, einen vermeintlichem Klos im Hals herunter spülen muss.

„Du brauchst Hilfe, und zwar sofort, sonst wird es noch schlimmer, als es bereits schon ist. Aus eigener Kraft wirst du es nicht schaffen, auf die Beine zu kommen.“

„Du hast gut reden, wo soll die Hilfe denn herkommen? Niemand interessiert sich einen Scheiß um mich.“

Nachdenklich schaut er mich an und es dauert eine Weile, ehe er mir antwortet und die ganze Zeit über macht er einen Gesichtsausdruck, als wenn sein Verstand auf Hochtouren arbeitet. Wie ich bereits ein paar Tage später von einen seiner Freunde erfahren sollte, hat Max eine besondere Gabe. Es ist eine besondere Feinfühligkeit, ein Gespür für Dinge, die anderen Menschen oft verborgen bleibt. Genau dieses Gespür, weckt sein Interesse an mir und irgendwie verspürt er den Drang, nicht locker zulassen und den Dingen sprichwörtlich auf den Grund zu gehen.

„Das stimmt nicht, ich interessiere mich sehr wohl für dich und ich könnte dir auch helfen. Zumindest könnte ich das, was jetzt als aller Erstes wichtig ist, für dich tun. Du kannst eine weile bei mir wohnen. Ein Dach über dem Kopf und regelmäßiges essen, wären für den Anfang schon mal eine ganze Menge.“

„Hört sich gut an und was erwartest du als Gegenleistung von mir für deine Hilfe?“

„Wie kommst du darauf, dass ich eine Gegenleistung von dir erwarte?“

„Wenn ich eines auf der Straße gelernt habe, dann das ... nichts ist umsonst. Du bist schwul, erwartest du von mir, dass ich mit dir ins Bett gehe? Ich bin weder schwul noch ein Stricher.“

„He komm mal wieder runter, nur weil ich schwul bin, heißt es noch lange nicht, dass ich über jeden jungen Kerl herfalle, der mir über den Weg läuft. Sei nicht dumm, natürlich kann ich dich verstehen, nachdem was du bisher durchgemacht hast, aber ich versichere dir, dass ich keinerlei Hintergedanken habe und nichts von dir erwarte, was du selbst nicht möchtest. Ich kann dir nur meine helfende Hand hinhalten, greifen musst du schon selbst danach. Nimm sie oder lass es bleiben.“

Sein Gesichtsausdruck ist ernst und entschlossen. Nun ärgere ich mich über das soeben von mir Gesagte. Er bietet mir seine Hilfe an, die ich wenn ich ehrlich bin mehr, als gebrauchen könnte und als Dank unterstelle ich ihm wer weiß was.

„Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht beleidigen oder verärgern. Es ist nur so ... das ... “

„Schon gut ich weiß, was du meinst, vermutlich hätte ich an deiner Stelle genauso reagiert. Mach dir keine Gedanken, ich werde jetzt zahlen und dann gehen wir. Vor allem nach dem Essen brauche ich jetzt eine Zigarette. Wir rauchen draußen in ruhe eine und besprechen dabei wie es weiter geht. Ok ...?“

„Ok ... und danke.“

Max macht eine kurze Pause, etwas scheint ihn zu beschäftigen und es scheint, das er einen Moment braucht, um das was ihm auf dem Herzen liegt auszusprechen.

„Du brauchst mir nicht zu danken, wenn ich ehrlich bin, steck schon etwas Absicht dahinter. Seit der Trennung von meinem Ex geht es mir nicht besonders gut. Die Trennung hat mich ziemlich mitgenommen. Verstehe mich nicht falsch, ich suche keinen Nachfolger oder Ersatz. Nur es ist so ... in meinen Leben ist eine Lücke entstanden, die ich nicht schließen kann. Was ich vermisse, ist jemanden anzutreffen, wenn ich nach Hause komme. Mein Job ist nicht gerade einfach und dann danach in eine leere Wohnung zu kommen ist echt deprimierend. Daher freue ich mich über Gesellschaft und wir könnten uns im Grunde genommen gegenseitig helfen.“

„Das kann ich gut verstehen, ich weiß, was es heißt, einsam zu sein.“

Auf sein Zurufen kommt die Bedienung mit der Rechnung. Er gibt ihr ein ordentliches Trinkgeld, für das sie sich freundlich bedankt, dabei fällt mein Blick auf seine Brieftasche, in der sich ein beachtliches Geldbündel befindet. Zwar kann ich in dem kurzen Moment nicht sehen, wie viel Geld es ist, doch wenig war es bestimmt nicht.

Draußen vor dem Lokal bietet er mir eine Kippe an und wir rauchen sie genüsslich.

„Du bist verdammt mager, das sehe ich trotz der Kleidung. Das heißt, wie müssen als Erstes zusehen, das du wieder etwas auf die Rippen kriegst. Ich sage mal, du bleibst mindestes so Lange bei mir, bis du wenigstens normales Gewicht hast. Außerdem könnten deine Klamotten mal wieder eine Waschmaschine von innen sehen.“

„Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, noch nie hat mir jemand geholfen.“

„Ist schon gut, ich mache das gern, aber nun sollten wir fahren.“

Er holt seinen Autoschlüssel aus der Jacketttasche, schaut ihn einen Moment an und steckt ihn wieder zurück in die Tasche.

„Da fällt mir gerade ein, heute Morgen hatte ich eine Panne und der Wagen ist in der Werkstatt.“ (Das ist so etwas von gelogen.)

„Nehmen wir uns ein Taxi, so weit ist es auch nicht zu meiner Wohnung.“

Ein Taxi in der Innenstadt zu bekommen ist nicht schwer und tatsächlich dauert die Fahrt zu ihm keine 10 Minuten. Die Wohnung ist im zweiten Stock eines drei Familienhauses. Doch sie ist alles andere als klein. Sie reicht über zwei Etagen und allein das Wohnzimmer schätze ich auf mindestens 30 Quadratmeter.

„Die Wohnung habe ich günstig kaufen können und anschließend ausbauen lassen.“ (Auch das ist wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit.)

„Der ehemalige Dachboden oben ist jetzt Schlafzimmer und ein kleines Bad ist noch oben. Hier unten ist das Wohnzimmer, Küche und das richtige Bad. Fühl dich wie zu Hause.“

Neugierig schaue ich mich in der Wohnung um. Die Küche ist ein Traum und super modern eingerichtet. Das riesige Wohnzimmer scheint ebenso teuer eingerichtet zu sein. Und ich kann eine Stereoanlage sehen, die ein Vermögen gekostet haben muss. Auch das Badezimmer sieht edel aus, mit einer Badewanne, die mindestens für zwei Personen gedacht ist.

„Du scheinst ganz gut zu verdienen, wenn du dir das alles leisten kannst.“

Rufe ich ihm zu, noch in der Badezimmertür stehend. Er braucht einen Moment, ehe er antwortet. Anscheinend kramt er gerade in einer Schublade im Wohnzimmerschrank.

„Ach ja ... ich konnte ein paar Boni für Vertragsabschlüsse kassieren.“ (Und wieder gelogen.)

Er kommt zu mir, in der Hand hält er ein kleines Etui.

„Hier ist ein Reise Nageletui, das kannst du haben. Nimm erstmal ein anständiges Bad, das wird dir guttun. Lass dir Zeit und genieße das warme Wasser, Badezusätze und alles andere, findest du in den Schrank dort vorn. Dort findest du auch neu verpackte Zahnbürsten und Nassrasierer. Nimm dir die Zeit für eine ausgiebige Körperpflege, danach wirst du dich wie neu geboren fühlen. Wenn du in der Wanne bist, werde ich deine Sachen waschen.“

„Danke, du bist echt nett.“

Er hält mich sanft an den Schultern fest und schaut mir in die Augen.

„Sag nicht immer Danke. Das ist alles Ok und bitte fühle dich wie zu Hause und jetzt ab in die Wanne mit dir.“

Er schiebt mich ins Badezimmer und schließt die Tür hinter mir. Ich ziehe mich vollständig aus und betrachte meinen nackten Körper in dem überdimensionalen Badezimmerspiegel. Das letzte Mal, das ich mich nackt im Spiegel gesehen habe, war, als ich noch zu Hause wohnte. Max hat recht, ich bin verdammt mager, die Rippenknochen treten deutlich hervor und meine Arme und Beine sind alles andere als kräftig. Die Wangen sind eingefallen und die Wangenknochen deutlich sichtbar. Körperbehaarung ist kaum vorhanden und selbst die Intimbehaarung ist nur spärlich. In dem Schrank stehen mehrere Badezusätze und ich rieche an ihnen. Eines was mich an den Geruch von dem billigen Parfüm meiner Mutter erinnert, stelle ich angewidert beiseite. Ich entscheide mich für eines, was wirklich erfrischend richt und lasse dann das Wasser in der Wanne einlaufen. Nehme noch eine neue Zahnbürste und Nassrasierer heraus. Schampon und Duschcreme steht noch auf dem Wannenrand und erscheint mir ausreichend. Während das Wasser in der Badewanne einläuft, benutze ich noch die Toilette.

Das herrlich heiße Wasser umschmeichelt gemeinsam mit dem Badezusatz meine Haut und ich fühle mich wohl wie noch nie. Wirklichen Bartwuchs habe ich nicht und der Flaum ist mit dem Rasierer schnell entfernt. Was ich schon lange nicht mehr gemacht habe, ist mir den Intimbereich zu rasieren. Das schaumige Wasser ist ausreichend und macht meine Haut zart und cremig um die Haare zwischen den Beinen und unter den Achseln zu entfernen. Danach seife ich meinen Körper sorgfältig ein und schamponiere meine Haare. Anschließend gleite ich zurück in die Wanne und genieße erneut das Wasser. Kurz darauf öffnet sich die Bedezimmertür und Max kommt herein, er hat sich umgezogen, trägt eine bequeme Freizeithose und ein Shirt. Er setzt sich auf den Rand der Badewanne und hat einen Bademantel über dem Arm. Zuerst dachte ich noch daran, den restlichen Schaum auf dem Wasser zu verteilen, um meine Blöße zu bedecken. Doch Max war schneller, als ich hätte reagieren können, und halte daher verstohlen die Hände vor dem Charmbereich. Max spricht mich lächelnd an.

„Ich habe hier einen Bademantel, den könntest du anziehen, wenn du hier fertig bist. Deine Sachen nehme ich jetzt mit und füttere damit die Waschmaschine.“

„Äh ... danke, nett von dir.“

„Was habe ich dir zum Thema bedanken vorhin zu dir gesagt?“

„Ach so ... ja stimmt ... entschuldige bitte.“

„Alles klar ... schon gut.“

Er wuselt mir freundschaftlich durch die Haare, steht auf, hängt den Bademantel an einen Haken an der Wand und schnappt sich das Bündel mit meinen Sachen. Im Türrahmen stehend, dreht er sich noch einmal um zu mir und spricht.

„Wir sind unter uns und ich weiß wie ein Mann nackend aussieht. Du brauchst dich weder verstecken noch dich für irgendetwas zu schämen. Sei einfach ganz natürlich und genieße die unbeschwerte Freiheit. Ich bin für dich da und sehe dich völlig werteneutral. Egal was du bist oder hast, ich habe weder Vorurteile noch irgendwelche Klischeevorstellungen, die fern ab jeglicher Realität sind. Sei einfach du selbst.“

Bevor ich etwas darauf erwidern kann, ist er bereits verschwunden und hat die Tür hinter sich geschlossen. Noch einmal lasse ich heißes Wasser nachlaufen und genieße die wohlige Wärme. Vor allem genieße ich den ungewohnten Luxus. Irgendwann wird meine Haut schrumpelig und ich lasse das Wasser ab. Nehme das Nageletui zur Hand und schneide mir die Fuß und Fingernägel auf normaler Länge und muss feststellen, das dieses mehr als nötig war. Danach ziehe ich mir den Bademantel an und verlasse das Badezimmer. Max steht in der Küche und macht einen großen Teller mit Schnittchen fertig. Er Dekoriet ihn mit Cocktailtomaten, Gürkchen und kleinen Käsespießen mit Weintrauben. Lächelnd schaut er mich an.

„Schau an, unter dem Schmutz kommt ja ein nettes Gesicht zum Vorschein. He ... ich mach nur spaß. Wie fühlst du dich?“

„Super, das Bad hat echt gutgetan.“

„Ich mache uns gerade noch Abendbrot fertig. Hast du Lust auf eine DVD? Dann geh schon mal ins Wohnzimmer und stell uns aus dem Wohnzimmerschrank zwei Gläser auf dem Tisch. Bin dann gleich bei dir.“

Das Wohnzimmer ist mindestens 9 Meter lang und 6 Meter breit. Wenn man es betritt, steht auf der gegenüberliegenden Wand ein beachtlich großer Schrank. Im Schrank ist die Stereoanlage, DVD Player und eine Playstation integriert. Rechts vom Eingang aus gesehen, befindet sich eine wuchtige Sofalandschaft in U Form und ein Tisch. Der Rest des Raumes ist leer. Vor allem kann ich keinen Fernseher entdecken, auf dem man sich eine DVD ansehen könnte. Aus der Schrankvitrine nehme ich zwei Gläser und stelle sie auf dem Tisch. Max kommt ins Zimmer in der einen Hand den Teller mit Schnittchen und in der anderen eine Flasche Fanta. Beides stellt er auf den Tisch und füllt die Gläser. Er deutet auf das Sofa vor Kopf.

„Setz dich und mach es dir bequem ich habe noch einen guten Actionfilm, den ich selbst noch nicht gesehen habe. Ich lege ihn direkt ein.“

„Hört sich gut an, ich sehe aber nirgends einen Fernseher.“

„Na dann lass dich mal überraschen.“

Er setzt sich neben mir auf dem Sofa, nimmt aus der anderen Sofaecke eine Decke, die dort zusammen gelegt lag und breitet sie über unsere Beine aus. Ich lege die Beine hoch und bedecke sie mit der Decke. Meinen Kopf lege ich in seinem Schoß und Max legt einen Arm freundschaftlich über meinen Oberkörper, als wollte er mich schützend festhalten. Noch nie habe ich mich so geborgen gefühlt und ich genieße es in völliger Vertrautheit seine Nähe zu spüren. Dann nimmt er vom Tisch die Fernbedienung und drückt nur einen einzigen Knopf. Plötzlich dimmt das Licht herunter, und auf der gegenüberliegenden Wohnzimmerwand erschein in einer Breite von 6 Metern und 2 Meter hoch das Bild von dem Film, das von einem Beamer dort projektiert wird. Die Stereoanlage entpuppt sich als Dolbysurroundanlage mit einem Wahnsinns Sound und ich bin echt begeistert.

„Boah ... ist ja mega geil, das nenne ich mal Heimkino.“

„Das ist noch gar nichts, morgen wenn ich auf der Arbeit bin, solltest du mal die Playstation ausprobieren. Im Schrank sind ein paar gute Spiele, du glaubst gar nicht, wie geil es ist auf der Leinwand mit dem Sound zu zocken.“

Währen wir den Film sehen, lassen wir es uns schmecken. Noch immer liege ich mit dem Kopf in seinem Schoß und Max streichelt mich zärtlich durch die Decke und dem Bademantel mit der freien Hand. Seine Nähe und die zärtlichen Streicheleinheiten zu spüren, lösen ein wohliges Gefühl in mir aus. Dass Max schwul ist, macht mir nichts aus, denn seine Zuwendung ist freundschaftlich und ich bin davon überzeugt, das er es gut mit mir meint. Das Ende von dem Film bekomme ich nicht mit, so wie ich da liege, schlafe ich fest ein. Der fehlende Schlaf der vergangenen Tage, das warme Bad und das Essen, sorgen dafür, das ich völlig erschöpft tief und fest einschlafe. Max trägt mich später auf seinen Armen die Treppe hoch zum Schlafzimmer. Dort legt er mich in das große Doppelbett, zieht mir den Bademantel aus und deckt meinen nackten Körper mit dem dicken Federbett zu. Gibt mir noch einen Kuss auf die Stirn und legt sich dann selbst auf der anderen Seite von dem Bett schlafen. Von all dem bekomme ich nichts mit und schlafe fest wie ein Stein.

Fortsetzung folgt .....
Nächster Teil

Kommentare

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Pascal: Ein interessanter Anfang.... Wahre Begebenheit?

Corban: Sehr schöne Story. Ich hoffe der Hetenjunge wird noch geknackt und bekommt das Sperma des schwulen Geschäftsmannes in den Hintern

The Gentleman: Die Story gefällt mir bisher wirklich sehr gut, ich bin gespannt, wie es weiter geht - hoffe auf ähnlich viel Tiefgang wie hier.

steblnsp: Ein herzerweichender Anfang einer Story, die verspricht, interesant zu werden.

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