Das Jobangebot

Hotel mit Servicemanager

In dem kleinen, von Licht durchfluteten Frühstücksraum kehrte so langsam Ruhe ein. Es saßen nur noch wenige Gäste beim Frühstück. Fabian hielt nach Sven, dem jüngsten Azubi, mit dem er heute für das Frühstück verantwortlich war, Ausschau. Er schaute in Richtung Küche und sah wie Sven telefonierte. Sven gab Fabian zu erkennen, dass er kommen solle. „Du sollst mal zum Chef kommen“, teilte Sven Fabian mit.

Fabian wurde es etwas unbehaglich. „Hat er gesagt, was er will?“.

„Na, was wohl?“ Sven tat so, als sei es völlig klar, was der Chef von Fabian wollte. „Direkt gesagt hat er das nicht. Aber so wie Du die Alte aus 213 behandelt hast, wird die sich natürlich sofort über Dich beschwert haben. Zieh Dich mal warm an.“

Fabian sah Sven an. Vermutlich hatte er recht. Der Gast, eine ältere Dame, aus Zimmer 213 war ein äußerst unangenehmer Gast, der sich ständig über alles beschwerte. Als sie sich heute bei Fabian darüber beschweren wollte, dass sie über 5 Minuten warten musste, bis es wieder gekochte Eier gab, hatte Fabian sie mit einem kurzen „Entschuldigung gnädige Frau aber ich muss mich im Moment um wichtigere Gäste kümmern“, abgespeist. Er wollte „wichtigere Dinge“ sagen und auch das war eine unangemessene Vokabel. Einen Gast zu sagen, dass andere Gäste wichtiger sind, war natürlich nicht hinnehmbar. Und jetzt würde er wohl dafür gemaßregelt werden.

Fabian wollte die Sache schnell hinter sich bringen. „Denkst Du, Du kommst einen Moment alleine klar?“, fragte er Sven.

„Klar“, sagte der junge Azubi im Brustton der Überzeugung. „Ich weiß, wie ich mich Gästen gegenüber zu verhalten habe. Geh und hol Dir deinen Anschiß. Ich tröste Dich hinterher auch.“

Fabian ging in Richtung Chefbüro. Da die Tür aufstand, trat er gleich ein und sagte:„Sir, Sie wollten mich sprechen?“

Es war üblich das Vorgesetzte und Gäste mit Sir oder Madam angesprochen wurden. Bei weiblich Gästen war auch die Anrede gnädige Frau üblich.“

Konrad Müller, ein Mittfünfziger mit Glatze, leichtem Bauchansatz und einem offenen sympathischen Gesicht, war der Hauptgeschäftsführer der Feelgood Hotelkette. Er war bekannt für seine innovativen Geschäftsideen und sowohl bei den Gästen als auch beim Personal sehr beliebt. Er war im besten Sinne des Wortes ein Vatertyp.

Konrad Müller lächelte Fabian aufmuntert an. „Schön dass Sie gleich kommen konnten. Sven kommt alleine mit unseren Frühstücksgästen klar?“

Das war eine weitere Eigenschaft Müllers. Obwohl er Hauptgeschäftsführer war, war er mit jedem winzigen Detail vertraut. So wusste er zum Beispiel, dass Fabian und Sven heute zusammen Frühstücksdienst hatten und Sven jetzt alleine war.“

„Sven ist zwar unser jüngster Auszubildender aber gleichzeitig auch unser fähigster Auszubildender“, antwortete Fabian mit einem gewissen Stolz in der Stimme.

„Ich weiß“, der Hauptgeschäftsführer lächelte mild, „dass Sven Ihnen ans Herz gewachsen ist, ist uns allen bekannt. Aber ich wollte mit Ihnen nicht über Sven, sondern über Ihre Zukunft reden. Aber nehmen Sie doch erst mal Platz.“

Fabian setze sich und das war auch nötig. „Über Ihre Zukunft reden“ hörte sich nicht gut an. Er bekam weiche Knie. Wahrscheinlich hatte ihn der sonst so verständnisvolle und nachgiebige Konrad Müller dem Patzer mit dem „andere Gäste sind wichtiger“ wohl doch übel genommen.

„Sie fühlen sich wohl bei uns“, eröffnete Müller den offiziellen Teil des Gespräches.

„Sehr sogar“, antwortete Fabian, ohne groß nachdenken zu müssen, und das entsprach voll der Wahrheit. Mit seinen 25 Jahren hatte Fabian zwar nicht die ganz große Berufserfahrung, aber mit dem, was er bislang kennengelernt hatte, war das Feelgood, das Haus, mit den besten Arbeitsbedingungen.

„Das freut mich zu hören. Und haben Sie den Eindruck, das Sie Ihre Fähigkeiten hier voll einbringen können?“

Fabian war auf der Hut. Nach einem Tribunal hörte sich das nicht an. Konrad Müller war für eine brillante Gesprächsführung bekannt. Er verstand es seinen Gesprächspartner in Sicherheit zu wiegen und dann in einem völlig unerwarteten Moment die entscheidende Frage zu stellen. Im Gegensatz zu der ersten Frage musste Fabian jetzt über eine Antwort nachdenken. „Ich könnte mir schon vorstellen, neue Aufgaben zu übernehmen“, antwortete er vorsichtig.

Konrad Müller lächelte zufrieden. „Haben Sie schon von den Gerüchten gehört?“

„Sie meinen die Idee mit dem Servicemanager.“

„Genau die“, bestätigte Konrad Müller. „Wie sie wissen ist die Konkurrenz sehr groß und wir sind ständig auf der Suche unseren Gästen etwas zu bieten, was andere Hotels nicht bieten können.“

„Verstehe.“ Fabian war gespannt, was jetzt kommen würde.

„Wir möchten gerne, dass jeder Hotelgast einen persönlichen Ansprechpartner hat, der ihm bei all seinen Wünschen behilflich ist. Dieser Ansprechpartner soll der Servicemanager sein. Egal was es ist, ob der Knopf am Hemd fehlt, Karten für die Oper gewünscht werden, der Gast Beratung bei der Wahl seiner Garderobe benötigt oder andere menschliche Bedürfnisse befriedigt werden wollen“. Bei dem letzten Satz schaute er Fabian an.

Fabian schmunzelte. Er hatte die Anspielung durchaus verstanden. „Darf ich offene reden Sir“, fragte er.

„Selbstverständlich.“

„Wenn, sagen wir, ein Gast den Wunsch äußert oral befriedigt zu werden, dann hat der Servicemanager sofort auf die Knie zu gehen. Ist es das, was Sie meinen?“

„Na ja. Das kann ich natürlich nicht von Ihnen verlangen. Obwohl Sie den einen oder anderen Gast zusammen mit Sven durchaus diesen Service haben zukommen lassen.“

Fabian war überrascht. Es stimmte das er zusammen mit Sven besonders netten Gästen ganz besondere Aufmerksamkeiten zukommen ließen. Dass das bis zur Geschäftsleitung durchgedrungen war, überraschte Fabian nun doch. „Sie wissen davon?“, fragte er verwundert.

„Sven macht von seinen kleinen Eroberungen ja nun wirklich kein Geheimnis.“

Das stimmte allerdings. Nur zu gerne prallte Sven mit seinen Erfolgen. „Der Typ aus Zimmer X hat mir eben geil einen geblasen.“ Oder „Diese geile Sahneschnitte aus Zimmer Y hat eine verdammt enge Kiste.“ Mit solche Äußerungen, die meist etwas übertrieben waren, brüstete er sich gerne im Kollegenkreis.“

„Aber wir wollen ja nicht über unseren fähigsten Auszubilden reden, sondern über Ihre Zukunft als Servicemanager.“ Hier machte Müller eine Pause und schaute Fabian fragend an.

„Danke für das Vertrauen, Sir.“, antwortete dieser kurz. „Und was würde alles zum Aufgabenbereich eines Servicemanagers gehören?“

„Sie brauchen die Wünsche unserer Gäste natürlich nicht persönlich zu erfüllen, Sie müssen nur organisieren, dass die Wünsche des Gastes erfüllt werden. Der Servicemanager ist der erste Gesprächspartner bei Wünschen und Problemen unserer Gäste und kümmert sich um die konkrete Umsetzung dieser Wünsche.“

Fabian nickte.

„Ihnen ist klar, dass dieser Job ein ganz besonderes Maß an Fingerspitzengefühl erfordert? Der Servicemanager erkennt die Wünsche unserer Gäste noch bevor er sie ausgesprochen hat und erkundigt sich durch diskretes Nachfragen über die Richtigkeit. Aber keine Sorge, sie bekommen zusammen mit anderen Kollegen eine umfangreiche Schulung. Haben Sie noch Fragen dazu?“

Fabian hatte zuerst nur eine Frage. Die Frage nach der Gehaltsverbesserung. Er überlegte gerade noch wie der dieses Thema am geschicktesten anschneiden sollte, als Konrad Müller wieder schmunzelnd das Wort ergriff. „Das Wichtigste hätte ich fast noch vergessen. Auf ihrer Gehaltsabrechnung würden sich 1.000 Euro mehr befinden. Überlegen Sie sich das Ganze in Ruhe und teilen mir in den nächsten Tagen mit, ob Sie diesen Job annehmen möchten.“

Eigentlich brauchte Fabian nicht zu überlegen. Er wusste, dass er den Job annehmen würde. Er wollte aber nicht den Eindruck erwecken, als ob er vorschnelle Entscheidungen treffen würde. Von daher bedankte er sich brav und verließ das Büro.

An der Tür drehte er sich noch einmal um. „Sir, da ist noch etwas?“ Konrad Müller schaute auf und Fabian wusste, dass er weiterreden sollte. „Darf ich fragen, ob sich der Gast aus 213 über mich beschwert hat?“

Konrad Müller lächelte mild. „Tja unsere liebe Frau Haupt. Ich musste Ihr leider empfehlen nach einer anderen Unterkunft Ausschau zu halten, da wir Ihren Serviceansprüchen nicht gewachsen sind. Stellen Sie sich vor, sie hat behauptet Sie hätten gesagt, dass andere Gäste wichtiger seien. Aber da muss sie sich verhört haben, oder?“

„Leider nicht Sir. Mir ist diese Formulierung unbedachterweise herausgerutscht, Ich weiß das darf nicht vorkommen.“

„In der Tat. Das darf nicht vorkommen, Fabian. Aber es spricht für Sie, dass Sie zu ihren Fehler stehen. Ich tadele Sie hiermit auf das Schärfste. Und dann hoffen wir mal das unsere geliebte Frau Haupt ein anderes Haus findet in denen sie die Mitarbeiter schikanieren kann. So jetzt aber raus mit Ihnen, ich wette unser fähigster Auszubildender brennt bereits darauf, von den Ausgang unseres Gesprächs zu erfahren.

Fabian bedankte sich noch einmal und verließ das Büro und lief Sven direkt über den Weg. Sven brannte in der Tat darauf, alles über das Gespräch zu erfahren. „Mein Gott, das muss ja eine gewaltige Standpauke gewesen sein. So lange wie das gedauert hat. Wie viel Wochen Zimmerservice hat Dir der Alte den verpasst.“

Fabian grinste überlegen. „Von wegen Zimmerservice. 1000 Euro Gehaltserhöhung habe ich bekommen.“

„Du verarscht mich? Wenn das wirklich stimmt, gebe ich ab sofort nur noch patzige Antworten.“ Sven sah Fabian fragend an und wartete auf weitere Erklärungen.

„Erzähl ich Dir alles heute Abend.“ Fabian schaute sich kurz um, ob sie unbeobachtet waren und gab den fähigsten Auszubildenden einen flüchtigen Kuss.

Fortsetzung folgt.

Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare, egal ob positive oder negativ,

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Ingo Mann

Kommentare

Justin.Gismo: Geile Geschichte
Peter: Gut gescgrieben. Story lässt geiles erwarten. bitte schnell weiter schreiben.
Klaus : Geile Geschichte weiter so

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